Mit rechnerischen Chancen auf den Meistertitel, ging es am Freitag den 01.10.10 ein letztes mal in Richtung Trossingen. Dass ich mit lediglich 4 von 9 gefahrenen Rennen überhaupt so gut in der Meisterschaft liege, hätte ich mir vor der Saison nie träumen lassen. Ich hatte dieses Jahr einfach vor, nur ein paar sporadische Rennen zu fahren, dass ich nun sogar um den Titel mitfahren konnte kam total überraschend.


So ging es dann Samstagmorgen los, mit dem wie immer 2 Runden andauernden Zeitfahren. Auf noch rutschiger Piste konnte ich meinen Clio allerdings „zu meiner Enttäuschung“ nur auf Platz 5 der 14 gestarteten Autos abstellen. Komisch, was war nur los. Ich hatte auf dem vom Regen aufgeweichten Boden einfach kein Grip hinbekommen.
Nun hieß es im ersten Rennen Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein mäßiger Start und ich kam sogar nur als 6. Platzierter aus der ersten Kurve heraus, aber ich hatte ja noch 10 Runden Zeit und so arbeitete ich mich Runde für Runde auf nun abgetrockneter Strecke Platz für Platz nach vorne. Mit spektakulären Überholmanöver (in den 180° Kehren sogar außen herum) konnte ich bis auf Platz eins nach vorne fahren. Diesen Platz konnte ich dann gut halten und den Vorsprung einfach nur verwalten. Von Startplatz 5 aus, auf den ersten Platz. YES, YES, YES !!!
Dies bedeutete, dass ich in der Meisterschaft nun 20 Punkte auf den Führenden (der ein Ausfall hatte) gut gemacht habe und ihm dadurch immer mehr auf die Pelle rückte.

Sonntagvormittag: Bei Bomben Wetter, mit bis zu 27 Grad Celsius rollten wir zum zweiten Rennen an den Vorstart. Als Polemann durfte ich das Tempo zur Startlinie bestimmen. Ampel sprang auf grün und ab ging die wilde Fahrt. Ich konnte mich an der Spitze des Feldes behaupten und lies eigentlich auch nichts anbrennen, bis die vorletzte Runde begann. Es machte in einer 90° Kurve auf einmal „batsch“ und mir riss das Lenkrad aus der Hand und dadurch drehte ich mich weg. Ein überrundeter Fahrer der keine Ausweichmöglichkeit mehr hatte, fuhr mir daraufhin noch auf die Hinterachse. Das Ende vom Lied: Ausfall in Führung liegen zwei Runden vor Schluss, mal wieder ein gebrochenes Traggelenk vorne rechts und nun noch eine krumme Hinterachse. Das war es dann wohl nun auch rechnerisch mit der Meisterschaft (wo ich eigentlich eh nie darauf spekuliert habe).

Nach fast 4 stündiger Reparatur (Teile ersetzen, ausbeulen, mit der Presse die Hinterachse wieder gerade drücken, einige Einstellarbeiten vornehmen usw.) bei der mir mein Mechaniker „Keks“ und zwei meiner guten Kollegen (wollten eigentlich nur zum zuschauen kommen) wirklich sehr geholfen haben.
Mir einem nun nicht mehr ganz so perfekten Auto, konnte ich also den Finallauf vom letzten Startplatz aus doch noch in Angriff nehmen. Bei super Wetter und vollen Zuschauerrängen fuhr ich mein letztes Autocross Rennen mit dem Messer zwischen den Zähnen. Ich überholte an Stellen, wo es fast nicht möglich ist zu überholen und verbesserte mich in den 12 Finalrunden von Platz zu Platz.
Als die Zielflagge fiel, war ich doch tatsächlich bis auf Platz vier vorgefahren und rollte direkt hinter den ersten drei über das Ziel. Ein richtig gutes Rennen habe ich da zum Abschluss meiner Autocross Zeit noch mal auf die Strecke gezaubert. Mit einem sicheren 3ten Meisterschaftsplatz habe ich meine Erwartungen auch mehr als übertroffen so dass ich auf den letzten lauf in Neuenburg verzichten kann. Ich hätte zwar noch die Chance auf den zweiten Platz, aber wie gesagt, da die Meisterschaft dieses Jahr eh nie mein Ziel war, belassen wir es bei einem gute 3. Platz und ein paar schönen Jahren im 3-Nationen-Cup.

Mein kleiner Renner ist verkauft und wird die kommenden Jahre hoffentlich ähnlich erfolgreich im 3-Nationen-Cup unterwegs sein wie die letzten Jahre mit mir als Fahrer.
Es war eine schöne Zeit und ich wollte mich bei allen die zu mir gehalten, mich unterstützt und angefeuert haben ganz recht herzlich bedanken.

 

Weitere Infos unter: www.3-nationen-cup.com

 

                   


                   
                    da war ich noch auf Platz 1.

                   
                    auf dem mühsamen Weg durchs Fahrerfeld, von Platz 12 aus kommend.

                   
                    bis auf den 4. Platz konnte ich mich noch nach vorne fahren.