Nach geschlagenen 11h Anreise, sind wir Freitagnachmittag im sächsischen Grimma angekommen. Dieses Jahr wurde das 24h Rennen zum ersten mal in der Geschichte entgegengesetzt der üblichen Fahrtrichtung ausgetragen. Wie schon die die acht Jahre zuvor ging ich für das Team „Scharmüller Austria“ an den Start. Unsere „nur“ vier Fahrer für dieses Rennen hießen:  Sebastian Papke, Steven Grafenhorst, Johannes Neuhauser und Thomas Schaller. 
   

  

 


Das Freitagstraining verlief recht unspektakulär und wir waren dann auch alle froh, das Bett im Hotel begrüßen zu dürfen. Samstag früh nach der Kartverlosung ging es dann auch gleich in das freie Training, welches über 60 Minuten ging und wir auf dem ersten Platz beendeten.
Das Zeitfahren wurde dann wieder in 3 Session eingeteilt, Session 1 fuhren alle 26 Teams 20 Min. lang und die 15 schnellsten Teams qualifizierten sich dann für Session 2, in der allerdings ein anderer Fahrer des Teams fahren musste. Session 2 ging dann über 15 Minuten und man musste unter die besten 8 kommen, um in der letzten Session zu sein, bei der wiederum ein anderer Fahrer fahren musste. Wir haben es unter die TOP 8 geschafft und durften somit in 10 Minuten mit um die Pole Position kämpfen. Dies gelang Johannes auch fast, doch in seinem Windschatten konnte das Daytona Racing Team noch einen draufsetzten.
Wir gingen also in den Le Mans Start als Zweitplatzierte, ganz knapp hinter Daytona und wiederum knapp vor dem starken AVIA Racing Team. Der Le Mans Start verlief dann mehr oder weniger ordentlich und wir konnten uns von Anfang an mit den beiden oben genannten Teams vom Rest des 26 Teams starken Feldes absetzten. Nach einem trockenen Beginn gab es über die 24 Stunden verteilt aber dann doch einige Regenschauer, welche das Feld ganz schön durcheinander würfelten. Nach dem ersten Regenguss und den ersten Fahrerwechseln zeichnete sich dann ein Zwei- bzw. Dreikampf ab.
Das Team AVIA Racing, Daytona Racing und wir waren fast zu jeder Stunde des Rennens auf Augenhöhe. Lediglich die unterschiedlichen Strategien und absolvierten Fahrerwechsel verfälschten das live Bild ein wenig. Nach einigen Stunden, als der Regen abermals einsetzte, kämpfte das Team Daytona Rundenlang mit Zündaussetzern und musste das Kart dann sogar auf der Strecke abstellen. Durch die Rotlicht Regelung (bei Rotlicht müssen alle Teams sofort und auf der Stelle stehen bleiben) hat das Daytona Team nicht ganz so viel verloren, allerdings hatten sie wohl im Kampf um den Sieg dann doch zu viel Rückstand auf AVIA und uns. AVIA Racing und wir konnten uns dann im Laufe des Rennens doch weit von der restlichen Konkurrenz absetzten.
Da wir das Rennen nur zu viert in Angriff nahmen, wurde es für uns gegen Rennende dann doch ganz schön anstrengend, doch hatten wir den Sieg bis zum Schluss immer fest im Auge. Das AVIA Racing Team war zwar die meiste Zeit des Rennens auf Platz 1, aber nachdem dann alle Fahrerwechsel und Kartwechsel vollzogen waren, zeichnete sich eine sehr spannende Endphase ab. Wir hatten das etwas bessere Schlusskart und konnten Zehntel für Zehntel von AVIAs Vorsprung abknabbern. Eine gebrochene Sitzstrebe bremste das AVIA Team dann kurzzeitig nochmal aus, doch wurde die Situation von der Rennleitung gut und fair gelöst.
So kam es wie es kommen musste: Ca. 20 Minuten vor Schluss hatten wir den Vorsprung zugefahren und konnten das AVIA Racing Team dann auch gleich passieren. Wir gewannen das 24 Stunden Rennen somit in der letzten Viertelstunde und fuhren mit einem Vorsprung von 6 Sek. über den Zielstrich. Auf dem dritten Platz landete das Daytona Team mit 3 Runden Rückstand, aber dafür einer super schnellsten Rennrunde von Max Beer (01:09.85).
Alles in allem war es wieder ein sehr gutes, spannendes, faires und durch Wetterkapriolen beeinflusstes Rennen. Mit einer Rennfahrzeit von 6 Stunden 1 Minute und  wenig Schlaf ging es für mich dann wieder auf den 675 km langen Heimweg. Ein anstrengendes, aber erfolgreiches Wochenende liegt nun hinter mir und es ist immer wieder schön, die ganzen alten Freunde zu treffen.

 

 

 

                    

                    Ich mit drei Rädern :-)

                   

                    da habe ich doch glatt noch Zeit um in die Cam zu schauen

                   

                    auch ein schöner Rücken, kann entzücken.

                   

                    beim Überrunden im Outdoorbereich

                   

                    mal einfach nix tun

                   

                    die üblichen Diskussionen nach dem Rennen (mit dem Team AVIA Racing)

                   

                    das Siegerpodest: P1 = Scharmüller, P2 = AVIA Racing und P3 = Daytona Racing

                   

                    Das offizielle Endergebnis (P1 für mein Team und mich)